EU will Autos leiser machen
Verfasst: 7. Feb 2013 22:06
Europa-Parlament verschärft Kampf gegen Verkehrslärm
Sport- und Geländewagen weitgehend davon ausgeschlossen
Europas Autos müssen leiser werden. Spätestens in acht Jahren sollen Autos, leichte Nutzfahrzeuge ("Sprinter") und schwere Laster zwei bis drei Dezibel weniger Krach verursachen. Zum Vergleich: Eine Reduzierung des Lärmes um zehn Dezibel wäre nötig, um die "gefühlte" Lautstärke um etwa die Hälfte zu senken. Obwohl dieser Beschluss zunächst das Ergebnis der Ersten Lesung darstellt, sind die Hoffnungen auf durchgreifende Änderungen in der zweiten Beratungsrunde deutlich gesunken. Der ambitionierte Vorschlag der EU-Kommission, die die Geräusch-Emissionen um durchweg 25 Prozent senken wollte, dürfte unerreichbar sein. Trotzdem gilt das Vorhaben zumindest als erster Schritt gegen den Krach, der von den Straßen kommt und - so wird in dem Beschluss der Abgeordneten ausdrücklich betont - "Herz-Kreislauf-Erkrankungen, kognitive Beeinträchtigungen, Schlafstörungen und Tinnitus begünstigt". Nachdem auf Drängen der EU bereits Reifen im Handel gekennzeichnet werden, die nur wenig Laufgeräusche von sich geben, will Brüssel im nächsten Schritt an die Motoren, den Fahrzeug- und Straßenbau ran. Das ist kein einfaches unterfangen, weil beispielsweise bauliche Veränderungen wie Motorraumverkappselungen das Gewicht vergrößern und dadurch den CO²-Ausstoß erhöhe würden. Nun soll an allen Stellschrauben gleichzeitig gedreht werden. "Die Lösung ist anspruchsvoll", sagt der FDP-Europa-Abgeordnete Holger Krahmer. Liberale und Konservative hatten einen weichgespülten Kompromiss durchsetzen können, die Minderheit aus Sozialdemokraten, Grünen und Linken hatte für eine raschere Einführung spürbar niedrigerer Grenzwerte und weniger Ausnahmen gestimmt. Nach dem gestern verabschiedeten Beschluss bleiben schwere Sport- und Geländewagen weitgehende verschont. Kritiker sprachen gestern deshalb von eine "Sieg für die Automobil-Lobby". Die hatte tatsächlich alles versucht, um den Kommissionsvorstoß zu verwässern. Das Votum musste im Herbst sogar verschoben werden, weil sich herausgestellt hatte, dass der Berichterstatter für das Thema im Umweltausschuß, der tschechische Parlamentarier Miroslav Ouzky, bei seinen Vorschlägen für sinnvolle Dezibel-Werte die vorgefertigte Präsentation eines großen Zuffenhausener Sportwagen-Hersteller einfach übernommen hatte. Das der Politiker selbst Kunde dieses Hauses ist, brachte das Fass zum Überlaufen. Die parlamentarische Prozedur musste neu aufgerollt werden
Fast schon kurios mutet der Gesamtbeschluss vor allem deshalb an, weil die Kommission die Geräuschentwicklung der Autos und LKW nahezu auf das Niveau von Elektrofahrzeugen drücken wollte, während man gleichzeitig darauf drängelte, die Autos mit Antrieben aus der Steckdose lauter zu machen.
Denn auch das steht seit gestern fest: Allzu stille E-Fahrzeuge wird es nicht geben. Sie müssen mit künstlichen Lärmquellen ausgerüstet werden, um Fußgänger und behinderte Teilnehmer im Straßenverkehr zu warnen.
Sport- und Geländewagen weitgehend davon ausgeschlossen
Europas Autos müssen leiser werden. Spätestens in acht Jahren sollen Autos, leichte Nutzfahrzeuge ("Sprinter") und schwere Laster zwei bis drei Dezibel weniger Krach verursachen. Zum Vergleich: Eine Reduzierung des Lärmes um zehn Dezibel wäre nötig, um die "gefühlte" Lautstärke um etwa die Hälfte zu senken. Obwohl dieser Beschluss zunächst das Ergebnis der Ersten Lesung darstellt, sind die Hoffnungen auf durchgreifende Änderungen in der zweiten Beratungsrunde deutlich gesunken. Der ambitionierte Vorschlag der EU-Kommission, die die Geräusch-Emissionen um durchweg 25 Prozent senken wollte, dürfte unerreichbar sein. Trotzdem gilt das Vorhaben zumindest als erster Schritt gegen den Krach, der von den Straßen kommt und - so wird in dem Beschluss der Abgeordneten ausdrücklich betont - "Herz-Kreislauf-Erkrankungen, kognitive Beeinträchtigungen, Schlafstörungen und Tinnitus begünstigt". Nachdem auf Drängen der EU bereits Reifen im Handel gekennzeichnet werden, die nur wenig Laufgeräusche von sich geben, will Brüssel im nächsten Schritt an die Motoren, den Fahrzeug- und Straßenbau ran. Das ist kein einfaches unterfangen, weil beispielsweise bauliche Veränderungen wie Motorraumverkappselungen das Gewicht vergrößern und dadurch den CO²-Ausstoß erhöhe würden. Nun soll an allen Stellschrauben gleichzeitig gedreht werden. "Die Lösung ist anspruchsvoll", sagt der FDP-Europa-Abgeordnete Holger Krahmer. Liberale und Konservative hatten einen weichgespülten Kompromiss durchsetzen können, die Minderheit aus Sozialdemokraten, Grünen und Linken hatte für eine raschere Einführung spürbar niedrigerer Grenzwerte und weniger Ausnahmen gestimmt. Nach dem gestern verabschiedeten Beschluss bleiben schwere Sport- und Geländewagen weitgehende verschont. Kritiker sprachen gestern deshalb von eine "Sieg für die Automobil-Lobby". Die hatte tatsächlich alles versucht, um den Kommissionsvorstoß zu verwässern. Das Votum musste im Herbst sogar verschoben werden, weil sich herausgestellt hatte, dass der Berichterstatter für das Thema im Umweltausschuß, der tschechische Parlamentarier Miroslav Ouzky, bei seinen Vorschlägen für sinnvolle Dezibel-Werte die vorgefertigte Präsentation eines großen Zuffenhausener Sportwagen-Hersteller einfach übernommen hatte. Das der Politiker selbst Kunde dieses Hauses ist, brachte das Fass zum Überlaufen. Die parlamentarische Prozedur musste neu aufgerollt werden
Fast schon kurios mutet der Gesamtbeschluss vor allem deshalb an, weil die Kommission die Geräuschentwicklung der Autos und LKW nahezu auf das Niveau von Elektrofahrzeugen drücken wollte, während man gleichzeitig darauf drängelte, die Autos mit Antrieben aus der Steckdose lauter zu machen.
Denn auch das steht seit gestern fest: Allzu stille E-Fahrzeuge wird es nicht geben. Sie müssen mit künstlichen Lärmquellen ausgerüstet werden, um Fußgänger und behinderte Teilnehmer im Straßenverkehr zu warnen.