Batteriegarantie

Re: Batteriegarantie

Beitragvon EcoDrive » 23. Feb 2012 22:07

caffeine hat geschrieben:Ich hatte den Ampera jetzt 2 Tage. Meine gesammelten Eindrücke schreibe ich noch nieder. Die Situation mit dem Akku hat mich beschäftigt. Also mal schnell nachgefragt: Mein FOH und ein Kumpel, der im Entwicklungszentrum in Rüsselheim arbeitet, meinen, die Akkus könnten rund 8 bis 10 Jahre halten. Die Preise für Austausch sind noch nicht ganz klar. Man geht inoffiziell von Kosten bis rund 9 TEUR aus. Aus heutiger Sicht natürlich. Wie gesagt: Das ist keine bestätigte Preisangabe!

Ob das realistisch sein kann, können die Techniker im Forum besser bestimmen. Ich bin nur ein Zahlendreher :-)

Viele Grüße
Stefan


Hallo caffeine

Zum möglichen Alter gibts hier im Forum bereits einige Beiträge, die Garantie beträgt ja 8 Jahre. Also 10 Jahre, eine Autoleben lang ist schon drin. Irgendwo meinte ich hier mal gelesen zu haben, dass zu Testzwecken, Akkus künstlich geältert wurden. Dabei kamen 17.5 Jahre raus.

Zudem sind die Akkus nach ca 10 Jahren nicht am Ende. GM und der sShweizer Multi ABB arbeiten an einer Sinnvollen Weiterverwendung nach dem Autoleben. Als Beispiel habe ich gelesen, dass 35 Akkus den Strombedarf von 15 Einfamilienhäusern decken können. Tagsüber geladen aus PV-Analgen, des nachts die Stromversorgung (fast) autark sichern.

Der Preis: ich glaube mich errinnere zu können, ca Euro 11'000.-- heute. in 10 Jahren sicher darunter.
Die von Priusfan genannten 18'000.- erscheinen mir zu hoch.

Grüsse
EcoDrive
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Re: Batteriegarantie

Beitragvon EcoDrive » 23. Feb 2012 22:14

Priusfan hat geschrieben:Gibt es schon einige Macken und ist damit zu rechnen, dass in Kürze weitere teure Reparaturen anstehen, wird man wahrscheinlich zu einem Akku aus einem Unfallfahrzeug greifen oder ihn doch lieber als Organspender verkaufen.


Was meinst du denn damit. Ich habe noch nirgends gelesen, dass beim Akku teuere Reparaturen anstehen.
Das wäre sowieso ein 8 Jahre lang ein Garantiefall.

Macken.... verwechselst du das mit deinem Handyakku? ;-)
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Re: Batteriegarantie

Beitragvon caffeine » 24. Feb 2012 10:16

ja, ich glaube auch, dass sich in den nächsten Jahren an der Akku-Front noch einiges tun wird. Die Erfahrung haben wir alle schon in der Vergangenheit gemacht. Wenn ich an mein erstes Mobiltelefon denke, dann war das ein Motorola, fast so groß wie ein Aktenkoffer und der Riesenakku hielt (lass mich lügen) so etwas um 6 Stunden. Heute haben die Teile hochauflösende Displays, jede Menge Technik und Akkus so groß wie eine Scheckkarte und halten mehrere Tage ohne Probleme durch.

Die im Ampera verbaute Akkutechnik (mit entsprechender Steuerung) ist sicherlich reif für diesen Einsatz und hält viele Jahre. Das haben mir die unterschiedlichen technischen Erläuterungen hier im Forum und an anderer Stelle deutlich gemacht. Dafür an dieser Stelle ein herzliches Danke für die Mühe, die sich hier viele Schreiber geben, komplizierte Zusammenhänge einfach darzustellen.

Ansonsten gilt es die Technik zu nutzen und nicht zu versuchen, die Wirtschaftlichkeit auf die dritte Nachkommastelle zu beziffern oder zu vergleichen. Wenn ich bei meinem ersten Motorola-Aktenkoffer bleibe - damals war diese Art der Telefonie definitiv nicht wirtschaftlich, im rein monetären Sinne. Heute ist sie das allemal und aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken.

Also: Nutzen wir den Ampera mit regenerativen Energien und sparen und das Erdöl für wichtigere Zwecke auf.

Viele Grüße
Stefan
Viele Grüße
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Re: Batteriegarantie

Beitragvon EcoDrive » 24. Feb 2012 11:03

Du sprichst mir aus dem Herzen

Als ich vor über 16 Jahren mit dem ersten Hand-Klotz ins Büro kam, hörte ich, wozu braucht man denn sowas?
Das hat doch keine Zukunft, es gibt doch überall Telefonkabinen usw.

Als ich vor über 12 Jahren mit meiner ersten Digicamera ins Büro kam, hörte ich, das hat doch keine Zukunft, der Film wird in der Auflösung der Digicamera immer weit überlegen sein. usw usw.....

Heute höre ich nichts mehr dergleichen, im Gegenteil, jetzt fragen sie, ist das was, hat das Zukunft?

Ja das Konzept des Ampera hat Zukunft, (Batterie-)garantiert. ;-)

Grüsse
EcoDrive
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Re: Batteriegarantie

Beitragvon Klaus » 24. Feb 2012 13:14

So wie ich das Verstanden habe, ist die T-Batterie unterteilt in 9 Modulen mit je 32 LiIon-Zellen.
Elektrisch sind je 3 Module in "Reihe" und 3 Reihen "Parallel" verschaltet. Was spricht dagegen bei einen "Defekt" nur das Module zu tauschen und dann später im Werk das Batteriemodule zu reparieren und einzelne Batterien zu tauschen. Die Batterie ist ja kein schwarzer vergossender Klotz.
Zur Lebensdauer der Batterie, die Jahreszahlen die hier genannt wurden beziehen sich alle auf 80% der Ladekapazität die die Batterie noch erreicht. Sie ist also nicht "Kaputt".

Erst die Zukunft wird bringen wie sich der Akku verhält, die nächsten 8 Jahre sind erst einmal sicher.
Klaus
 

Re: Batteriegarantie

Beitragvon Priusfan » 24. Feb 2012 18:52

EcoDrive hat geschrieben:Was meinst du denn damit. Ich habe noch nirgends gelesen, dass beim Akku teuere Reparaturen anstehen.
Das wäre sowieso ein 8 Jahre lang ein Garantiefall.

Macken.... verwechselst du das mit deinem Handyakku? ;-)


So meinte ich das nicht. Ich dachte da eher an unreparierte Parkschäden, Bremsen die gewechselt werden müssen, abgefahrene Reifen etc. So einen Ampera würde ich dann lieber noch fahren bis es garnicht mehr geht und dann als E-Spender verscherbeln.

Hat er hingegen erst sagen wir 150.000km runter und ist sonst TOP, macht ein Akkuwechsel durchaus Sinn, wenn er im einstelligen Eurobereich liegt.


Was spricht dagegen bei einen "Defekt" nur das Module zu tauschen und dann später im Werk das Batteriemodule zu reparieren und einzelne Batterien zu tauschen.


Die Physik.

Auf fast jedem batteriebetriebenen Gerät steht, dass man keine unterschiedlichen Batterien verwenden soll. Das träfe natürlich auch auf den Ampera zu.

Die Akkuelektronik müßte die erheblichen Unterschiede in Spannungslage, Ladezustand, Kapazität und Innenwiderstand ausgleichen können. Dazu ist sie aber nicht in der Lage. Das wäre technisch auch sehr aufwändig. Jeder Block müßte einen eigenen Inverter besitzen.

Außerdem würde kurze Zeit später der nächste Akkublock den Löffel abgeben. Also wieder in die Werkstatt und Akkuwechsel. Und nach einem halben Jahr dann der letzte Block. Würde unter dem Strich wahrscheinlich noch teurer.

Aber ich denke darüber unterhalten wir uns so ab ca. 2025 nochmal. Vorher wird es wahrscheinlich noch nicht nennenswerte Akkudefekte geben.

Die 17,5 Jahre halte ich bei entsprechender Pflege durchaus für realistisch. Wird aber wahrscheinlich nicht allen Amperas vergönnt sein.
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Re: Batteriegarantie

Beitragvon Klaus » 26. Feb 2012 14:21



Viel Spaß beim anschauen
Klaus
 

Re: Batteriegarantie

Beitragvon EcoDrive » 26. Feb 2012 22:28

Hallo Klaus

Danke für das Video

Hast du das auch gesehen? Die Heiz- Kühlelemente gehen 'durch' den Akku durch, nicht nur drum herum. Viele, wieviele?, dünne Thermal Fin's. Zu sehen ab Laufzeit 1.45 Min.
Wusst ich nicht bis heute.

Das bedeutet auch, die elektrische Heizung Kühlung des Akku ist viel effizienter als ich gedacht habe.
Vor allem leistungsfähiger.

Wie siehst du das?

Grüsse
EcoDrive
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Re: Batteriegarantie

Beitragvon Klaus » 26. Feb 2012 23:25

Ja es folgt immer eine Batteriezelle und dann ein Thermal Fin's, es sind genauso viele Thermal Fin's wie Zellen. Eine Überhitzung der LiIon-Zellen ist eigentlich ausgeschloßen. Vielleicht wird jetzt auch klar warum bei der jetzigen Modifikation eine Manupulation an dem Kühlmittelbehälter ausgeschlossen werden soll. Vom Ampera und besonders vom LiIon-Akku wissen wir bislang nur einen Bruchteil.
Klaus
 

Re: Batteriegarantie

Beitragvon Priusfan » 27. Feb 2012 19:21

Sehr beeindruckend.

Das ist auch das Geheimnis warum kuzzeitig so viel Leistung bereitgestellt werden kann und auch so hohe Rekuperationsströme aufgenommen werden können.

Mit den 111KW könnte man ja kuzzeitig ein größeres Dorf mit Strom versorgen. (ca. 50-100 Haushalte)

Das Problem ist nicht so sehr die Verlustleistung wegzukühlen. Da fällt bei einem konventionellen Motor deutlich mehr an. Das Problem ist sogenannte Hot-Spots sicher zu verhindern. Daher ist es nötig großflächig gleichmäßig zu kühlen. Denn die Zellen in der Mitte können sonst keine Wärme abgeben, da sie ja von anderen Zellen, die sich ebenfalls erwärmen, umgeben sind.

Daher ist zum Beispiel ein 3 dimensionaler Computerprozessor immer noch ein Wunschtraum. Man kann die mittleren Prozessorkerne nicht ausreichend kühlen. Bei flachen Akkuzellen ist das kein Problem.


Im Tesla macht das Kühlsystem fast 50% des Akkugewichtes aus. Hier kommen Rundzellen vom Typ 18650 zum Einsatz. Eine Nummer größer als AA wie im Laptop oder guten Taschenlampen.

Die Akkus zind zwar vergleichweise billig, lassen sich aber bescheidener Kühlen. Dennoch holen die da in der Spitze bis zu 250KW raus.
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