Es tut sich was für Strom-Endverbraucher ...

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gompi
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Es tut sich was für Strom-Endverbraucher ...

Beitrag von gompi » 27. Mär 2019 09:14

Einige Neuigkeiten in Bezug auf dynamische Stromtarife:

Die Zeitung für Kommunalwirtschaft (ZfK) berichtet aktuell, dass ein EU-weiter Anspruch auf dynamische Stromtarife besteht:
https://www.zfk.de/energie/strom/artike ... 019-03-26/

In Deutschland ist mit aWATTar.de (nicht verlinkt, also keine Werbung :D ) meines Wissens kürzlich der erste Anbieter eines dynamischen Tarifs (Hourly) angetreten, Smart Meter inklusive. In Österreich gibt es das Angebot schon länger, dort kann man z.B. die go-e Wallbox an deren Tarifbasis knüpfen.

Frage an die Nachbarn aus Österreich hier im Forum: hat damit schon jemand Erfahrung ?

In D sehe ich wegen der hohen Infrastrukturkosten (Steuern, Umlagen, Netzentgelte) bei den Volt/Ampera da zwar nur wenig Einsparpotential von vielleicht 50EUR/Jahr, aber man täte auf jeden Fall was Gutes für die Netzstabilität, und hätte eine Antwort mehr auf die saudumme Frage "Gehen die Lichter aus, wenn alle um 18 Uhr ihr Auto zum Aufladen an die Steckdose hängen?":

Für Strommix- und Börsenpreisinformationen gibt es eine interessante Website/App: https://www.electricitymap.org. Die stündlichen Day-Ahead Preise kann man original hier einsehen: https://www.epexspot.com/de/marktdaten/dayaheadauktion. Interessant z.B. die negativen Preise für DE/LU in der Woche vom 4.-8.März 2019.

Und last not least: für Fahrzeuge mit ChADeMO wird es vermutlich noch dieses Jahr die erste bidirektionale Wallbox mit 10kW Lade-/Entladeleistung geben: https://edison.handelsblatt.com/erklaer ... 55544.html. Einen Prototypen konnte ich bereits im Februar auf der E-World Messe betrachten. Damit könnte man zu Niedrigpreis-(oderPV)-Zeiten Strom beziehen und sich den im Hochpreis-Fenster aus dem eigenen Auto ziehen, vorausgesetzt es hängt dann am Kabel :) Wann sich die voraussichtlichen 5.000EUR für die Box damit amortisieren, steht zwar auf einem anderen Blatt. Aber bei Stromausfall könnte man aus der Fahrzeugbatterie den Haushalt schon einige Tage versorgen...

Auf jeden Fall erweitern sich einige Perspektiven! Wie da der Volt/Ampera einzuordnen ist, muss natürlich jeder für sich herausfinden ....
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Mr_Mo
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Re: Es tut sich was für Strom-Endverbraucher ...

Beitrag von Mr_Mo » 27. Mär 2019 20:10

Einerseits ist durch den deutlich höheren Stromverbrauch (mehr als das doppelte :lol: ) durch den Ampera bei mir schon die Idee gekommen irgendwo her nachts günstigeren Strom zu erhalten, aber ich will die Nutzung von Smartmetern so lange wie es noch geht herauszögern. Dauerhafte Anbindung ans Internet vertraglich festgelegt ist auch irgendwie nicht so mein Fall. Als IT-ler bringe ich da eine große Portion Skepsis mit.
Speziell sehe ich auch bei dem unten nicht verlinkten Anbieter nicht durch. Zumal der Grundpreis auch recht hoch erscheint
Ich bleibe da lieber ersteinmal bei meinem Versorger mit seinen 25ct/kWh und jährlichen Fußballbonus (1Tor=1€ zurück)

ObeliX
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Re: Es tut sich was für Strom-Endverbraucher ...

Beitrag von ObeliX » 28. Mär 2019 04:42

meine stadtwerke (Schwedt) unterstützen die e-mobilität, indem sie die nutzung von nachtstrom (10¢ weniger pro kWh) für das fahrzeug erlauben.

allerdings lohnt sich bei mir die installation des extra nachtstrom-zählers + die anschaffung einer wallbox nicht.


gruß Obel
Ampera ePionier (10.2013 / akt. 57600km) DU147xxx geb. 27.5.2013
Lancia Lybra 2.0 (10.1999 / 163000km, jetzt stillgelegt)
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gompi
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Re: Es tut sich was für Strom-Endverbraucher ...

Beitrag von gompi » 28. Mär 2019 07:50

Ich hatte ja geschrieben, dass sich "etwas" tut. Nicht, dass gleich alles gut wird, ;)
Welche Vorgaben ein Versorger macht, um billigen Nachtstrom (Schwachlast-Zeitfenster) überhaupt zum E-Laden verwenden zu dürfen, liegt in dessen Ermessen.
Anerkennung dafür nach Schwedt :) . Gesetzliche Festlegungen gibt es dafür in D nicht. Das wäre dann so ein Haushaltsladestromgesetz...
Ohne Zähler, der ständig seine Messwerte liefert, wird da aber nichts gehen. Und da führt am Internet wohl kaum ein Weg vorbei (siehe Telefonie).
Für einen "normalen" Stromlieferanten führt ansonsten an den Grundkosten auch kein Weg vorbei. Die sind gesetzlich festgelegt bzw von der Bundesnetzagentur genehmigt, und in D enorm hoch. Alles was darunter liegt ist Quersubventionierung oder Schneeballsystem.

Ist vermutlich auch nirgends sonst so kompliziert wie in Deutschland...
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Re: Es tut sich was für Strom-Endverbraucher ...

Beitrag von manwe » 28. Mär 2019 09:00

Bei unserem lokalen Stromversorger in der Schweiz wurde der gute alte Nachttarif den es schon Jahrzehnte vor Solarstrom und Elektroautos gab einfach nie abgeschafft 8-)
Der gilt für den gesamten Strom den man bezieht und nicht nur für spezielle Verbraucher oder über einen bestimmten Zähler.

Die Preisunterschiede zwischen Tag und Nacht sind in den letzten Jahren zwar geringer geworden aber ich kriege für die PV-Einspeisung am Tag noch immer ein kleines bisschen mehr Geld als für den Bezug in der Nacht :mrgreen:
So kann ich quasi das Netz als Speicher brauchen, allerdings mit dem "Risiko" dass ich rein pyhsikalisch in der Nacht trotz Wasserkraftvertrag ein paar weniger saubere Elektronen rein bekomme :lol:

Generell finde ich den Strompreis nach Angebot und Nachfrage zu regeln eine gute Idee. Grade das Auto ist so ein Beispiel bei dem es mehr oder weniger egal ist wann man den Strom bezieht, vor allem mit ausreichend Reserve im Akku.
Ich selber mache es z.B. so dass ich im Sommer wenn die Sonne scheint, das Auto immer direkt lade solange die PV noch Strom produziert. Im Winter lade ich kurz vor Abfahrt um vom Nachttarif und ggf. der geringen Abwärme beim Laden zu profitieren.
Bei marktabhängigen Preisen oder eigener PV könnte es auch reichen nur Samstag oder Sonntag zu laden, dazu bräuchte mal allerdings einen grösseren Akku als den Ampera

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